Nordirland – Deutschland 0:1 / Ukraine – Polen 0:1 (Vorbericht)

So, Freunde, ab heute 18:00 Uhr wird es persönlich. Ich habe die beiden Spiele gestern Abend richtig getippt, jetzt brauche ich je einen Sieg für Deutschland und einen für Polen, um mir knapp 60 Euro in den leeren Geldbeutel zu spülen. Die Vorbereitungen sind bereits getroffen: Auf der Fernbedienung liegt SAT1 nun neben der ARD, es wird gefühlt jede Minute hin- und hergeschaltet und dabei „SCHIESST ENDLICH EIN TOR, IHR BALLMUSCHIS!“ reingebrüllt werden. Am Ende versaut es mir Fortuna aber bestimmt wieder. Sollte heute Abend also eine Sensation zu vermelden sein, dürft ihr euch bei mir bedanken.

Wäre der zweite Platz eigentlich schlimm? Entschuldigung, ich frag ja nur! Hat der Engländer gestern Abend schließlich auch nur erreicht – und sich damit heitere Perspektiven wie Portugal und dann Frankreich als künftige Gegner eröffnet. Wir hingegen kämen gegen die Schweiz, da gewinnen wir doch spätestens am grünen Tisch, weil die Eidgenossen keine kompletten Kaderkleidchen mehr zusammenbringen. Überraschungsgruppensieger Polen schließlich könnte auf die Slowakei, Portugal oder Österreich treffen. Liest sich nicht nach Spaß.

Traditionell gewinnen wir unter Jogi das letzte Vorrundenspiel: Nicht schön, immer nur knapp, aber egal, weil weiter dabei. Matchwinner waren 2008 Michael „Le Führungsspieler-Diskussion“ Ballack, 2010 Mesut Özil, 2012 Lars Bender und 2014 Thomas Müller. Den beiden noch Aktiven würde ich echt mal ein Tor gönnen bei dieser EM. Und lasst mir mal den Götze in Ruhe. Ja, er kriegt wenig hin, ich bin auch beileibe kein Riesenfan, aber der Bub hat uns zum Weltmeister geschossen und insofern gebieten es Anstand und Respekt, nicht auf ihm herumzutrampeln. Schließlich kann man den Stellenwert einer Nation daran ablesen, wie sie ihre Sporthelden behandelt. Und da will ich nicht in der unteren Ablage P wie Peinlich herumkrebsen.

Polen. Lewandowski. Immer noch kein Torschuss. So geht’s ja nicht. Gegen die schon ausgeschiedene Ukraine muss doch etwas zu machen sein. Wobei ich mich frage: Wie geht eine Mannschaft mit gebuchtem Heimfahrtticket mental in so ein Spiel? Klar, nach außen hin werden die üblichen Phrasen gedroschen: „Sich mit Anstand verabschieden“, „Um der Ehre willen nochmal ein Zeichen setzen“, „Fehler aus den ersten Spielen aus der Welt schaffen“ oder „Hey, wir waren immerhin im Rausfliegen die Ersten“. Gut, letzteres eher nicht. Realistischer, und da nehme ich mir den Anblick der Russen gestern als Beispiel, gehen doch eher Gedanken durch die Köpfe wie „Was freue ich mich auf das Genöle zu Hause“, „Alles Scheiße, echt ey“ oder „Hoffentlich steht mein Haus noch“.  Denke ich mir jedenfalls. Wäre ich auf dem Platz, der Lewandowski mit seinen Problemen könnte mich mal.

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