Belgien – Irland 3:0 (Vorbericht)

Nachberichte sind jetzt bis auf weiteres aus. Diese ekelhaften Vollidioten aus dem kroatischen Fanblock haben mir gestern die Sprache verschlagen und den Spaß an dieser EM genommen. Ich wollte da nicht mehr hinsehen und noch weniger einen Tweet darüber absetzen. Was soll man auch sagen? Vor ein paar Tagen hatte ich „Je größer der Böller, desto kleiner der Bömmel“ geschrieben, als ein Bengalo von der Kamera eingefangen worden war. Einer. In der Schlussphase Kroatien gegen Tschechien waren es fast ein Dutzend. Dazu die Schlägereien untereinander. Unbegreiflich. Und ich war noch froh, dass es beim Auftaktspiel gegen die Türkei so ruhig blieb. Aber Leute mit Luft im Hirn lernen eben nie und krawallen immer weiter.

Die letzten Partien waren torreich, das ist immerhin ein gutes Zeichen. Dennoch bleibt die EM in weiten Teilen ein Krampf. Nicht zuletzt wegen dieser blöden „Nun gut, ein Punkt reicht für heute, im letzten Spiel holen wir drei und dann sind wir Dritter“-Arithmetik. Am Arsch damit! Derart prokrastinierende Fußballer würde ich noch vor dem letzten Spiel der Vorrunde direkt zur Abflughalle begleiten: „Sorry, die UEFA hat beschlossen, dass ihr zu scheiße wart, um Dritter zu werden. Tschüss und spielt das nächste Mal von Anfang aufs Tor“.

Und damit zu Belgien gegen Irland. Die Belgier müssen jetzt, und zwar groß. Frei nach dem offiziellen Song zur EM der ARD: „Wir sind klein und wir müssen groß“. So singe ich den jedenfalls immer. 0:2-Auftaktpleite gegen Italien, zum Schluss der Vorrunde warten die Schweden (Meine derzeitigen Favoriten auf der frühzeitigen Heimfahrtliste wegen grob unattraktiven Spiels), die mit Sicherheit drei Punkte einfahren „wollen“. Aber den roten Teufeln kann man nicht vorwerfen, schlecht gespielt zu haben. Immer aufs Tor zu, aber eben auch richtig gute Chancen mit allen vier Hufen weggeschmissen. Die Statistik spricht immerhin für das Team von Trainer Wilmots: Seit 50 Jahren ist man gegen die Iren ungeschlagen, hat überhaupt noch nie gegen die grünen Jungs von der Insel verloren.

Irland ist geil und bleibt geil. Groß aufgespielt mit Herz und Können gegen die Schweden und die Fans sind eh wunderbare Menschen, deren wärmende Seele und ansteckende Fröhlichkeit ich jedem Krawallidioten ohne Zögern zwangsverpflanzen würde, wenn es denn ginge. Gebt denen bitte schön das Achtelfinale, egal, was passiert in den restlichen Partien. Sollten die Italiener denen auch den entscheidenden Treffer im letzten Spiel kurz vor Ende reinluchsen und sie deshalb ausscheiden: Das könnte selbst der nette Gianluigi Buffon im Tor mit Freundlichkeit nicht mehr wettmachen.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s