Österreich – Ungarn (Vorbericht)

Gruppe F ist für mich eine Herzensangelegenheit. Hier drücke ich fast allen Mannschaften die Daumen fürs Weiterkommen. Die Ausnahme mit dem geschniegelten Poserboy bestätigt da nur die Regel.

Die Österreicher beispielsweise muss man alleine schon für ihren Schmäh gern haben:

trotteln

Die Generalprobe hat Austria gegen die Holländer mit 0:2 verloren und ein wenig befürchtet man, dass die feschen Bursch’n den Berg nicht hochkommen, wenn es um die Wurst geht. Liegen Würste eigentlich auf Bergen? Egal. Auf die höchst respektabel eingespielte Qualifikation mit 9 Siegen in 10 Spielen bei 22:5 Toren kann man ohne Zweifel stolz sein, genau so wie auf die Leistungsträger Alaba, Arnautovic, Junuzovic und den frischgebackenen englischen Meister Fuchs. Wobei ich bei Arnautovic wegen seines fernen Wirkens auf der Insel gar nicht weiß, ob er immer noch wie zu seinen Auftritten in Bremen ein eingebildeter, unsympathischer Schnösel ist, dem ich in meiner aktiven Zeit gerne und reichlich vors Schienbein getreten hätte. Vor Fuchs hingegen, dem alten Flankenhobler und Ex-Schalker ziehe ich meinen Hut – vom Meister der Herzen zum Meister der Premiere League gereift. Könnte jetzt nicht mal ein unzufriedener Kicker aus England den umgekehrten Weg gehen und zu den Knappen wechseln?

Bleiben die Namen, deren Aussprache mir im selbstauferlegten, charmanten Hans-Moser-Hochfrequenzgrantel-Duktus so viel Spaß bereitet. Unvergessen früher Pooo-Gaaa-Tetzzzz, I-Vann-Schitzzz, heute Baum-Garrt-Ling-Är, Ilsank-Är, Jantsch-Är, Sabitzz-Är und natürlich mein Allzeitfavorit, der König der quietschenden Stimmbandzerrung: Prööööödlllll. Den werde ich während der Übertragung wohl so lange nervig  herumkrakeelen, bis ich das Fernsehzimmer für mich alleine habe.

Ungarn. Oder wie Werbefachleute in aller Welt sagen: Die mit der grauen Hose. Gabor Kiraly, der alte Mann im Tor,  hat dieses modische Accessoire zum Kultgegenstand gemacht. Gerüchten zufolge haben die Magyaren gar keine Ersatzkeeper dabei, sondern hängen die graue Trainingshose im Kasten auf, falls Kiraly mal unpässlich sein sollte. Allein schon wegen ihrer Erfahrung. Ich hatte die übrigens in den 80ern auch, zusammen mit goldenen Turnschuhen unbekannter Herstellerherkunft. Hat mir nur niemand gesagt, dass ich damit ein absolut hipper Trendsetter war.

Der gängigen Expertenmeinung nach stellen die Ungarn die schwächste Mannschaft des Turniers. Ja, ich lese wieder vom kicker Sonderheft zur EURO ab. Klingt aber wirklich nicht allzu hoffnungsvoll: Über die Playoffs gegen Norwegen qualifiziert, in der Gruppe hinter Nordirland und Rumänien platziert, 11:9 Tore in zehn Partien. Der deutsche Trainer Bernd Storck (absolutes Wortspielverbot für: Storcks Riesen) führte die Mannschaft über die Ziellinie, nachdem Pal Dardai (Hertha BSC) zuvor den Grundstein gelegt hatte. Andreas Möller fungiert als einer der Co-Trainer und wahrscheinlich besteht seine Aufgabe dahin, der Sturmspitze Adam Szalai im Strafraum das elfmeterreife Dahingleiten bei gequältem Gesichtsausdruck beizubringen. Denn was ich so von dem Burschen während seiner Zeit auf Schalke 2013/14 gesehen habe, kriegt er wohl maximal das vorm Tor gut hin. Mit Dzsudzak hat man noch einen ausgewiesenen Freistoßschützen im Kader und Kleinheisler ist ein lustiger Name für einen Ungarn.

 

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