Spanien – Tschechien (Vorbericht)

Ab heute werden die Vorberichte kürzer, denn ich bin immer noch durch vom Spektakel gestern, die E3 ist losgegangen und Game of Thrones wartet mit einer neuen Folge. Geträumt habe ich von Torlinienakrobaten, Menschen mit fünf Händen und einem alten Silberpfeil, der es nochmal wissen wollte und schwer keuchend auf mein Zuspiel lauerte. Der reinste Zirkus. Wieviele Menschen sind heute Morgen wohl auf dem Weg zur Arbeit plötzlich sinnlos losgesprintet, haben mit Karacho irgendwas von der Straße getreten und hernach frenetisch gejubelt? Man will es gar nicht wissen. Ecken und Freistöße im Fernsehen zu sehen löst bei mir zudem derzeit noch kleine Schockwellen durch die obere Körperhälfte aus. Aber sonst geht’s gut.

Weniger gut ging es den Spaniern 2014 in Brasilien, wo es die Höchststrafe gab: einmal Vorrunden-Aus für den Welt- und Europameister ohne Bewährung. Ay caramba, da zog es Trainer Vicente del Bosque doch kurz den grauen Schnurres auf links.  Ein paar Muchachos wie Xavi, Xabi Alonso und Villa haben daraufhin „Adios, amigos“ gerufen, zum größten Teil hat sich aber nicht viel verändert. Der heilige Iker Casillas hütet das Tor, lässt aber gerne mal ein Schäflein durchrutschen; Ramos und Piqué putzen aus, Iniesta, Busquets, Fabregas wuseln im Mittelfeld und vorne fehlt wieder der Knipser. Spaßig: mit Aduriz hat man einen 35-jährigen für den Sturm nach fünf Jahren Auszeit reaktiviert. Miroslav Klose findet das gut. Ansonsten der übliche Katalanen-finden-das-alles-doof-Huddel, Tiki-Taka und ein Ersatztorwart, der versehentlich und unfreiwillig in einen Porno- und Zuhälterring gestolpert sein will. Oder wie Karim Benzema sagen würde: Anfänger.

Statistisch gesehen haut Tschechien alle 20 Jahre mal einen raus und schielt gegen uns auf den Pokal. 1976 Europameister (Panenka, Uli Hoeneß), 1996 Finale (Bierhoff, Golden Goal, entblößtes Brusthaar), 2016 …? Ich glaub nicht dran, aber die alten Klepper um Cech, Rosicky, Plasil und Lafata (alle um die 35 Lenze), träumen natürlich seit gestern vom Schweinsteiger-Run im Kessel zu Toulouse in unter 12 Parsecs. Der kicker vergibt wie üblich nur einen Stern, der katholische Filmdienst rät ab und Trainer Pavel Vrba gibt offen zu „Verteidigung kann ich einfach nicht“ – 14 Tore und damit die meisten kassierte man entsprechend in der Qualifikation. Das wird heute Nachmittag entweder dritter Frühling oder betreutes Seniorensterben.

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