Albanien – Schweiz (Vorbericht)

Der Albaner hat schon alles erreicht. In der Qualifikation in Portugal gewonnen, Dänemark und Serbien hinter sich gelassen, das erste Mal bei einer EM dabei und in Gruppe A vor Gastgeber Frankreich den ersten Platz geholt. Okay, letzteres ohne gespielt zu haben, weil es halt die Auslosung so wollte.

Beim Namen Albanien zuckt Opa gerne mal in der gemeinsamen Fernsehrunde auf. „Gegen die ham wa uns immer schwergetan, alles zähe kleine Kämpfer!“. Meist seufzt man dann: „Ach Opa, du meinst Malta“ und dreht den Sessel mit dem zeternden Alten vom TV-Gerät weg. Doch Obacht, denn getäuscht! Genau wie Malta hat Albanien nämlich nur ein Spiel gegen unsere Elf unentschieden (0:0) gestalten können. Anders als Malta hat Albanien damit uns aber eine Qualifikation zu einer Endrunde versaut, nämlich 1968. Die bis dato einzige verpasste Europameisterschaft. Diese Anekdote gilt es dem staunenden Umfeld mitzuteilen, falls das Achtelfinale Deutschland gegen Albanien lautet und erste überhebliche Lacher aufkommen.

Spielerisch ist das Ganze quasi das Eröffnungsspiel in einer Nummer kleiner. Hier die defensiv starken, vorne harmlosen roten Adler, da die zum Siegen verdammten Schweizer, die irgendwie einen massierten Abwehrriegel aufknacken müssen. Ob da die Erfahrung beim Toblerone-Weichlutschen ausreichen wird? Schwierig. Wobei albanischstämmige Spieler eh in der Mehrzahl auf dem Platz sein dürften, spielen bei der Schweiz doch mit Xherdan Shaqiri, Valon Behrami und Granit Xhaka drei gebürtige Kosovaren. Zusätzlich könnte es zu einem Bruderduell Taulant gegen Granit Xhaka kommen. Katrin Müller-Hohenstein dürfte schon an der herzzerreißenden Reportage „Zwischen Kreuz und Adler: Getrennte Bruderherzen“ arbeiten. Da lege ich mir ein frisches Taschentuch bereit!

Den Schweizern drücke ich die Daumen. Alleine wegen der vielen Bundesligalegionäre. Man muss doch nur auf die Torhüterbank schauen: Yann Sommer (Gladbach), Roman Bürki (Dortmund), Marwin Hitz (Augsburg), da wischt man sich vor Stolz ein Tränchen aus dem Augenwinkel wie der Patenonkel, wenn der Bub das Abitur geschafft hat und man jedem ungefragt und gelogen erzählt, dass man ihm alles beigebracht hat. Getadelt muss aber dann doch, wenn es auf den Angriff zu sprechen kommt. Denn weder Admir Mehmedi (Leverkusen) noch Haris Seferovic (Frankfurt) haben in der Bundesliga wirklich was gerissen. Der Onkel hat euch im Blick!

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