Frankreich – Rumänien (Vorbericht)

Los geht’s mit einem Kracher. Zwei Teams auf Augenhöhe, Offensive pur, die Hawk Eye-Kameras werden Überstunden machen, denn in den Strafräumen dürfte die Luft dampfen vor Torbemühungs-Action.

Nein, war ein Scherz. Die Franzosen werden aufs Tor drängen, vorzugsweise auf das der Rumänen, und eben jene werden -sämtliche Körperteile in Schüsse, Flanken und Anspiele reinwerfend- hinten drin stehen. Ein Szenario, das ich übrigens in dieser Endrunde mehrfach erwarte. Weitere sehr wahrscheinliche Spielverläufe neben „Dukommstnetrein“ sind „1:0, die Tür mach‘ zu“ und „Wir. Treffen. Nicht“.

Der Rumäne trägt weiterhin, wenn auch nicht so oft wie früher, gerne mal ein u im Namen. Leider entstehen hierbei weiterhin keine putzigen Schöpfungen wie Musu Reintu für den zaudernden Stürmer, Waswar Dasdennu für den überraschten Torwart oder Ersich Shwertu für den Neuling im Team. Nötig hätte die Mannschaft am meisten einen Unru Huibu, quasi das hyperaktive Torschreckgespenst. In der Realität hingegen ist die Abwehr das Prunkstück, weshalb man von den Rumänen gerne als das Italien des kleinen osteuropäischen Mannes redet. Zwei Tore nur in der gesamten Qualifikation sprechen für sich.

Der Franzose ist einer der Turnierfavoriten. Zuhause 1984 und 1998 bereits titelschnapperprobt, mit international bekannten Spielern wie Kingley Coman (Bayern), Blaise Matuidi (Paris), Paul Pogba (Juventus), Olivier Giroud (Arsenal), Antoine Griezmann (Atletico) oder Anthony Martial (ManU). Möglicherweise spielt auch mal N’golo Kanté vom englischen Meister Leicester City, dessen Name ins Deutsche übersetzt wahrscheinlich Katsche Schwarzenbeck lautet.

Eine zweite Mannschaft könnte man mit den Verschmähten und Verletzten bestücken. Prominentestes Beispiel: Karim Benzema. Fußballerisch zweifellos ein Guter, menschlich hingegen irgendwo in einem schmierigen Mafiafilm der frühen 70er Jahre hängengeblieben. Seinen Nationalmannschaftskollegen Valbuena hat er gemeinsam mit ein paar seiner Kumpels wegen eines Sexvideos zu erpressen versucht, Ermittlungen gab es zusätzlich wegen Geldwäsche und Drogenhandels. Es würde mich nicht wundern, wenn der Karim schon von allen Mitspielern Duschvideos live aus der Kabine gesammelt und während der Mannschaftsbesprechungen ständig „Mon captaine, mon capitaine, dein Pömmelchen darf niemand seh’n“ vor sich hingesungen hätte. Wenn man ihn mitgenommen hätte.

A propos Kapitän: Einen richtigen Leader, eine Führungspersönlichkeit hat die l’equipe tricolore nicht wirklich. Torwart Hugo Lloris trägt die Kapitänsbinde, aber der Name lässt da schon lautmalerisch erahnen, dass er kein Mann der extrovertiert-brachialen Gangart ist. Und wer Franck Ribéry vermisst – den mag man in Frankreich schon so lange nicht, dass man sich gar nicht mehr an ihn erinnert.

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