Spanien – Frankreich (Vorbericht)

Komm, wen interessiert schon Spanien gegen Frankreich? Auf den Gewinner dieser Begegnung treffen wir doch eh erst im Finale. Da bin ich mehr Jogi als Jogi selbst – zuerst mal den nächsten Gegner ins Visier nehmen. Das Problem: der spielt erst morgen.

Frankreichs noch torloser Stürmerstar Karim Benzema sprach folgende markige Worte: „Meist gibt es bei mir Salat, Gemüse und Fisch“. Nein, halt, jetzt bin ich in die falsche Zeile des Artikels in der Saarbrücker Zeitung gerutscht. Also nochmal: „Gegen Spanien können wir für eine Überraschung sorgen. Das wird ein Krieg, und wir wollen ihn gewinnen“. Karim, der Gemüsesoldat, zieht also heute Abend in die Schlacht. Fragt sich nur, wieviele seiner Kollegen, die im letzten Spiel gegen Schweden formidabelste Kriegsdienstverweigerer abgegeben hätten, mitkommen werden.

Einen Lauf brauchen die Franzosen nicht. Da winken sie ab. Alleine, wie diese Deutschen im Turnier von Sieg zu Sieg eilen, 15 Pflichtspiele durch die banque nur gewinnen – wie langweilig, wie uninspiriert.  Pour quoi faire? Ich habe es ja schon geschrieben: die Franzosen wollen mich in den Wahnsinn treiben. Nach der Debakel-WM souverän die Qualifikation zur EM geschafft, in Freundschaftsspielen Siege gegen Deutschland, Brasilien und England gefeiert, einigermaßen brauchbar ins Turnier gestartet und dann einmal herzhaft mit dem großen Hammer der Melancholie auf das zarte Pflänzchen Hoffnung eingedroschen. 0:2 gegen Schweden auf der Heimreise. Zur Belohnung wartet nun Spanien.

Aber auch Donezk. Dort, wo die großen Triumphe *hüstel* gegen England und die Ukraine gelangen. Kiew hingegen passte Ribéry und Co. nicht ins Konzept. Zu stumpfer Rasen, zu nasser Rasen, zu grüner Rasen, man weiß es nicht. Das Finale findet dummerweise dort dann halt ohne die Franzosen statt. Wofür die Spanier sorgen dürften in Verbindung mit einem neuen französischen Innenverteidiger, denn Stammkraft (hier durchaus doppeldeutig in Bezug auf Schnelligkeit und Eleganz zu verstehen) Mexès ist gesperrt. Laurent Koscielny vom FC Arsenal soll es nun richten, der bisher international drei Mal den Gockel auf der Brust spazieren tragen durfte.

Was erwarten wir von den Spaniern? Tiki-Taka vor dem Sechzehner, bis einer aus der Verteidigung weint und den Ball durchlässt. Da lobe ich mir unseren Khedira und unseren Reus gestern Abend, die auch den Hauruckmodus im Fußball noch in ihrem Repertoire bereithalten. Die Statistik weist übrigens aus, dass die La Roja die Equipe Tricolore noch nie in einem Pflichtspiel schlagen konnte. Zusammen mit dem vorbereitetenden Hinweis von Laurent Blanc an seine Mannschaft, dass man wahrscheinlich nicht so oft in Ballbesitz sein wird wie die Spanier, kann doch eigentlich nichts schiefgehen, oder?

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