Tschechien – Polen / Griechenland – Russland (Vorbericht)

Hans Sarpei: Idol, Schalker, gerüchteweise Sterblicher und mit 7,4% laut Leserumfrage des kicker drittbester Verteidiger der vergangenen Saison, bringt es auf den Punkt, wenn er twittert: „Das schafft selbst Spanien nicht: Griechenland ist die einzige Nation, die dieses Wochenende 2x aus der Euro fliegen kann“. Dem kann ich eigentlich nur noch hinzufügen, dass ein Sieg der Hellenen über Russland so wahrscheinlich ist wie die Rückkehr des Messias, die anschließende Teilung des Schwarzen Meeres und der Untergang der Insel Usedom noch vor Beginn des Spiels. Ja, und ich habe bei dieser Chancenkalkulation die 90-minütige Mitwirkung des Schalkers Kyriakos Papadopoulos miteingerechnet. Aber halt auch die von Samaras, Mitroglou oder Gekas. Weshalb ich mich auf die andere Begegnung heute Abend konzentrieren werde.

Es ist ein waschechtes Finale der Vorrunde. Tschechien gegen Polen. Wer gewinnt, kommt ins Viertelfinale. Und ist sehr wahrscheinlicher Kandidat, als nächstes auf die DFB-Elf zu treffen. So diese nicht morgen noch ausscheidet. Keine Angst, ich arbeite schon wieder an wertvollen Tipps für Jogi und Hansi. Die Frage nach dem Druck muss natürlich beantwortet werden. Darauf stürzen sich die Experten erfahrungsgemäß sofort als erstes. Vor dem Auftakt der EM hatten ihn die Polen, gegen Russland dann nicht mehr, nun wohl wieder. Normale Menschen wie ich haben allerdings herausgefunden, dass es komplett egal ist, ob Polen drückt oder nicht: bisher gab es in jedem Fall nur einen Punkt. Und der wäre heute zu wenig, es sei denn Griechen und Russen einigen sich auf ein Ergebnis, das der aktuellen UEFA-Arithmetik widerspricht.

Bei Tschechien dürfte Petr Cech wieder fit sein und einiges gutzumachen haben. Tomas Rosicky zwickt es weiterhin in der Achillessehne. Ganz Polen hingegen fragt sich, ob Wojciech Szczesny oder Przemysław Tyton im Tor spielen werden. Und ich frage mich, weshalb ich die Namen jetzt mühselig abgetippt und nicht mit copy & paste eingesetzt habe.

Der entscheidende Spieler könnte so oder so Adam Matuschyk werden, denn er reiht sich jetzt schon in eine Liste von ausgewählten Helden ein: Kevin Trapp. Philipp Wollscheid. Patrick Hermann. Adam Matuschyk. Oder auch: Der Rimlinger. Der Brotdorfer. Der Morscholzer. Der Uchtelfanger. Der Merziger. Wer jetzt verwirrt ist: Trapp ist wahlweise Rimlinger oder Brotdorfer und sonst sind das alles Spieler mit saarländischen Wurzeln. Die Saarbrücker Zeitung, die diese bewundernswerten Kicker täglich verzweifelt auf die erste Seite des Sportteils zu hieven sucht, würde am Montag wohl nicht erscheinen können, wenn Adam Matuschyk das entscheidende Tor erzielt. Oder nicht verhindert. Oder ganz nah dabei war. Denn in all diesen Fällen setzt es dienstags eine Sonderausgabe, die sich gewaschen haben wird!

Die Eltern von Matuschyk leben in Merzig und waren bereits Teil eines rührenden Artikels. Anständige, ehrliche, liebenswerte Menschen wie alle Saarländer. Ich drücke ihrem Sohn herzlich die Daumen. Vielleicht greift er heute Abend nach dem Ruhm, den 2006 bei der WM eine Homburger Hotelangestellte erlangte,  die den dort mit der japanischen Nationalelf nächtigenden HSV-Spieler Naohiro Takahara im Aufzug traf und mit den spektakulären Worten: „Herr Takahara, wie geht es?“ begrüßte. Die Antwort ging seinerzeit im Medienrummel unter.

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2 Gedanken zu “Tschechien – Polen / Griechenland – Russland (Vorbericht)

  1. Der Messias ist zurück, das Rote, ähh Schwarze Meer teilte sich und das fraglos schicke, aber auch hyperfluide und von uns GEZahlte Usedomstudio des 2DF ist untergegangen. Danke!

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