Spanien – Irland 4:0 (Nachbericht)

Die eindeutigste Partie bei dieser EM. Die Zauberer von der iberischen Halbinsel sollten einen beeindruckenden Auftritt hinlegen. Nach gerade mal vier Minuten zeigt Torres, der ausgewiesene Stürmer in der Künstlergruppe, wie man ohne Umschweife den Ball über die Linie bringt. Iniesta mit Schweinsteiger-Gedenkpass von gestern auf Silva, der verstolpert, Torres schnappt sich die Kugel und wuchtet über den Kopf von Torhüter Given ein. Cool, cool, cool. 1:0. Ein forscher Beginn, man fragt sich als Zuschauer, ob diesmal der Zauberstab in der Kabine gelassen wurde.

Es sieht zunächst danach aus, denn die Spanier schießen auch mal auf den Kasten, statt nur den vorgelagerten Strafraum zu umwuseln. Mitte der ersten Halbzeit setzt aber wieder das typische Spiel ein. Wie ein Magier, der gerade für das staunende Publikum das Kaninchen aus dem Hut gezaubert hat und nun den Stab drüber kreisen lässt, ohne nochmals reinzupacken. Die Iren sind eigentlich nur dazu da, um die Kulissen zu stellen und ab und an handwerklich einwandfrei Haltepflöcke in den Untergrund zu hämmern.

49. Minute: nach geschickter Spielverlagerung prüft Iniesta Given, der lässt nach vorne abprallen, Silva wackelt zweimal kurz und haucht den Ball schließlich über die Linie. Leider Kunst. 2:0. Given kann das Handtuchwerfen nun offiziell beginnen lassen.

70. Minute: Gegen vorgerückte Iren läuft Torres nach Pass von Silva alleine auf den irischen Strafraum zu, setzt den Ball am Keeper vorbei. 3:0. Das könnte nun deutlich werden.

83. Minute:  Der eingewechselte Fabregas drischt nach einem Einwurf die Kugel fast so deftig ins Tor wie Torres 79 Minuten vorher. Brachial ist also durchaus  im Repertoire, die Jungfrau muss nicht immer schweben, sondern kann auch mal zersägt werden. Die irischen Fans läuten das Ende mit einem Abgesang auf ihre Spieler ein und erzeugen Gänsehautatmosphäre. Alleine deshalb müsste man sie bei jedem Turnier dabei haben. Egal, ob sich ihr Team sportlich qualifiziert hat oder nicht.

Und jetzt alle: Low lie the fields of Athenry
Where once we watched the small free birds fly
Our love was on the wing, we had dreams and songs to sing
It’s so lonely ‚round the fields of Athenry.

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