Italien – Kroatien (Vorbericht)

Das ist nicht mehr mein Fußball bei dieser EURO. Muss man leider so knallhart sagen. Es braucht nur einen Blick auf die aktuelle Tippscorer-Liste bei der EM-Tippbude von Erdge Schoss und meiner Wenigkeit, um den Eingangssatz zu untermauern. Ich liege mit bisher tapfer erkämpften 2 Punkten auf Platz 37. Von 37 Tippern! Wo sind sie hin, meine Expertise, meine Vorahnung und mein Gespür? Die Antwort ist simpel. Weg. Weil die alle nicht so spielen, wie man das von ihnen erwartet.

Nehmen wir Italien gegen Kroatien. Früher hätte man auf dem Tippschein einen eigenen Kasten aufgemalt und reingeschrieben: „Wer am Ende noch die meisten gesunden Beine auf dem Platz hat, gewinnt. Wenn alle humpeln, 0:0“. Das hätte keiner rational angreifen können. Heute allerdings spielen die Italiener, kombinieren die Kroaten und damit nicht genug: sie schießen auch noch Tore. Mandzukic sogar zwei! Wie will man bitteschön bei diesen ganzen Unwägbarkeiten auf das richtige Ergebnis kommen?

Slaven Bilic, Trainer der kroatischen Auswahl, sieht das ähnlich: „Unser Gegner spielt nicht mehr wie das Italien der Vergangenheit.“ Recht hat er. Schon alleine die Tatsache, dass viel über die italienische Offensive diskutiert wird, dokumentiert die absurde Verdrehtheit der Situation. Dabei genügt doch eigentlich nur dieser eine Merksatz, den die Tifosi ihren Kindern beibringen, damit sie ihre Nationalelf richtig einzuschätzen lernen: „Im Sturm der einzige Normale? Antonio Toni Di Natale!“. Denn der Rest des Trios, das üblicherweise sonst ganz nach vorne hoppeln darf, hat – mit Verlaub – einen Sparren in der Größe einer gut ausgebauten Schrankwand weg. Über Balotelli habe ich ja schon berichtet, der in seinem Badezimmer gerne mal Böller anzündet oder mit Dartpfeilen auf Spieler seines eigenen Clubs wirft.

Bei Cassano glimmt angesichts seines Auftretens in der Öffentlichkeit der Glühdraht in der Birne auch eher schwach.  Er hofft, dass in seiner Mannschaft keine Schwulen sind. Und möchte besser nicht sagen, was er darüber denkt. Wieder ein Skandälchen mehr im Schälchen, die Peinlichkeitswaage hat bald keine Chance mehr auf Ausgleich.

Kroatien wird das egal sein. Bisher hat man in einem offiziellen Wettbewerb noch nie gegen Italien verloren. Von entscheidender Bedeutung könnte das Aufeinandertreffen zwischen den Mittelfeldstrategen Andrea Pirlo und Luka Modric sein. An deren jeweiliger Mimik nach Ende des Spiels man sicherlich nicht das Ergebnis wird ablesen können. Angela Merkel trägt gegen die beiden nämlich die pure Lebensfreude im Gesicht spazieren.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s