Italien – Kroatien 1:1 (Nachbericht)

Die Italiener mögen anders spielen, die Ergebnisse passen allerdings in das gewohnte Bild. 1:1 trennen sich Kroatien und Italien in einer skandalfreien, flotten Partie. Die Azzurri in der ersten Hälfte mit den besseren Gelegenheiten, Balotelli lässt einige gefährliche Schüsse ab, Marchisio scheitert kurz vor dem Pausentee zweimal an Pletikosa. Die Karos schlagen Flanken über die Flügel. Umgekehrt macht das auch wenig Sinn. Gefahr allerdings auch nicht.

In der 39. Minute zeigt Pirlo aber den wilden Jungspunden, wo der alte Andrea das Leder hinzwirbelt. 1:0. Das erste direkte Freistoßtor dieses Turniers. Im ruhenden Ball liegt halt doch die Kraft. Reporter Simon hatte es ja auch beinahe herbeiprophezeit.

Halbzeittalk mit Lothar Matthäus! Ich hatte gehofft, dass er vielleicht Werbung für seine Reality-Doku-Soap macht. „Der Dorwart von Kroadien, der Pletikovic, hadde gans klaarr zu wenig Handd am Ball. Bei uns zuhause, wenn es vorm Einschlaafn Freistoß gibbd, hab ich aber jede Handd voll Ball, haha! Demnächst auf RDL2, nee VOX“.

Zweite Hälfte, allgemeine Abkühlung, Verwaltung ist das auf dem Feld herumschwirrende Thema. Die Kroaten beweisen, dass sie nicht kontern können. Dennoch der Ausgleich in der 72. Minute durch Mandzukic. Strinic flankt herein, Chiellini unterläuft und der Wolfsburger markiert seinen Treffer durch maximale Ausnutzung der Breite des Tores – 1:1.

Es fliegt brennender Pyrokram auf den Rasen, Rauchschwaden ziehen übers Spielfeld. Muss der Kroate eigentlich jedes Mal zu zündeln anfangen, wenn es was zum Feiern gibt? Eilt in Zagreb der Familienvater nach einem Tor auch zu seiner Frau und ruft: “ Dunja, bleib mal grad hier bei den Kindern, ich geh kurz raus und steck den Garten in Brand, hurra“. Ich versteh’s nicht.

Es bleibt beim Unentschieden, Italien beeindruckt mich aber noch einmal. Statt eines bulligen Verteidigers bringt Coach Prandelli mit Giovinco das komplette Gegenteil für Cassano. 1,64 Meter groß, ein halbes Hemd vor dem Herrn, aber ein großer Wirbler und Kämpfer. Trotzdem: für Italia am Ende zu wenig, jetzt muss ein Sieg gegen Irland her.

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