Griechenland – Tschechien (Vorbericht)

Die Tschechen sind die Schlechtesten. Zumindest nach dem ersten Spieltag. Das wurmt gewaltig Team, Volk und Nation. Petr Cech etwa, der Star-Torhüter, musste sich viel Spott anhören. „Nitscht mal der britschische Torwätschter hat so viele gekrietscht, die russitschten Flatschzangen kennt doch kein Tschwein!“. In der Tat scheint es eines Champions League-Siegers nicht würdig, von unglamorös frisierten Kollektivkickern aus dem Turnier kombiniert zu werden. Da ist es schnell Essig mit wertvollen Anschlusswerbeverträgen.

Alles, was sich die Tschechen vorgenommen hatten, war anderen gelungen. Mittelfeldhase Petr Jiracek wird wohl weiterhin bei Felix Magath im Wolfsburger Tretwerk  schuften müssen, während ihm sein kroatischer Kollege Mario Mandzukic alle Nase lang euphorische SMS zuschickt: „Bin so gut wie frei!“, „Das Leben ist schön!“, „Ich kann die Sonne sehen!“. Der alte Mann Milan Baros hingegen träumt seufzend von Andriy Shevchenko, der wohl seit seinem Auftritt gestern die nächsten drei Weltmeisterschaften auflaufen dürfte, sofern man ihn solange konservieren kann.

Trainer Michael Bilak bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: (Zitat) „Wir werden definitiv versuchen, die Fehler zu vermeiden, die wir im ersten Spiel gemacht haben, weil wir sonst nicht gewinnen, wenn wir das nicht machen„. Mutige Worte! Doch was Fehler abstellen anbelangt, hat es der russische Kollege mit seinen Rasenrobotern einfacher. Aufmachen, Platine rausschrauben, Staub wegblasen, Softwareschnittstelle dranklemmen, Debugger drüber laufen lassen, wieder einschrauben, Klappe drauf, fertig. Bei Rosicky hingegen fehlt schon der Zugriffs-Port und überhaupt ist alles zu klein und eng montiert. Roman Hubnik schließlich taktet in der Abwehr eh nur noch sehr langsam, wahrscheinlich ginge da mehr kaputt als wenn man ihn einfach in Ruhe lässt.

„Tschechien hat Druck. Noch eine Niederlage und sie sind raus“, würde Olli Kahn jetzt sagen, wenn das ZDF übertragen würde. Und Katrin Müller-Hohenstein würde lächeln, weil sie wieder etwas Schlaues gelernt hätte. Mir ist zu Ohren gekommen, dass die Vor- und Nachberichterstattungen im Zweiten nicht so der Schlag mit dem großen Entertainment-Vorschlaghammer wären. Ich krieg die ja nie mit, weil ich erst zum Spiel einschalte, in den Pausen Magen befülle bzw. Blase entleere und mit Schlusspfiff an den Nachberichten am PC tippe, wo kein Fernseher steht. Es soll Menschen geben, die mich dafür beneiden.

Bei Griechenland fällt Papadopoulos mit Kreuzbandriss aus. Scheiße. Avraam Papadopoulos. Ach so. Puh. Ja, ist schlimm, tut mir leid, aber so ist der Sport. Dafür spielt Kyriakos Papadopoulos. Das wiederum ist schön. Ich will den kernigen Schalker Jungen bei der Vorstellung sehen, vielleicht trägt er schon beim Einlauf zu „Heart Of Courage“ den passenden Helm.  Die CD ist übrigens schwer prima, war bei mir auf dem Blog im letzten August CD des Monats.

Ich fand die Griechen überraschend gut in ihrer Auftaktpartie. Zuerst hinterhergelaufen, einen Rückstand kassiert, dann aber aufgestanden und fast die Begegnung noch gedreht. Salpingidis vorne ist quirlig und mit 30 Jahren beinahe so etwas wie der Jungstar in der griechischen Auswahl. Von Samaras erwarte ich auf der anderen Seite, dass er es vielleicht schafft, Chancen noch eine Spur lustloser zu versemmeln. Siehe dieses Video. Schnell angucken, allein die letzte Einstellung ist grandios!

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2 Gedanken zu “Griechenland – Tschechien (Vorbericht)

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