Frankreich – England 1:1 (Nachbericht)

Ich mach mir ernsthaft Sorgen um Thomas Wark. Verwechselt französische mit englischen Torhütern, sieht Phantom-Ecken, läutet die Pause mit der entschlossenen Spielstandsverkündung von 0:0 ein und schmeißt gegen Ende sogar Gijon und Cordoba durcheinander (die liegen nicht einmal auf demselben Kontinent!). Hat da wer die Tage zuvor zuviel in der Autobiografie „Wolf-Dieter Poschmann: Gestammelte Weisheiten – ich sehe was, was du nicht siehst“ geschmökert? In jedem Fall von mir gute Besserung.

Zum Spiel, das man locker nach dem 0:0 1:1 zur Halbzeit hätte abpfeifen können: in der 14. Minute vergisst Milner, wie man ins leere Tor einschiebt. Üblicherweise ein Zeichen dafür, dass die Engländer verlieren, denn ohne Drama geht bei denen ja nicht. Aber es kommt anders: ein Freistoß eine knappe Viertelstunde darauf landet auf der Narbe von Lescott, der aus günstigster Nähe einnickt.  Der Ball war allerdings solange in der Luft, dass Blogberichterstattungskollege Frédéric sich in der Zeit wahrscheinlich drei brillante Metaphern zur Beschreibung der betörenden Wuchtbrummigkeit von Philippe Mexès ausgedacht hat. In der Runde kommt die Frage auf, ob Ribéry mit der Wange zurückschlagen wird.

Nein. Es ist Nasri, der in der 39. Minute mit einem verdeckten Schuss für den Ausgleich sorgt. Die Franzosen bemüht, aber der rechte Flügel wird den Großteil der 90 Minuten derart konsequent gemieden, als würde dort die olle Marine Le Pen grasen. Ich mag gar nicht zählen, wie oft auf dieser verwaisten Seite ein flott desillusionierter Franzose umsonst herumtrabte.

Das war’s im Großen und Ganzen. Ein paar Chancen für die Franzosen, Joe Hart im Tor wackelt bei mancher Flanke, kommt aber nicht ansatzweise an die großen Spaßvögel unter seinen Vorgängern heran. Man ist sich schnell einig, dass ein Unentschieden eine prima Sache sein muss. Warum, weiß ich auch nicht so genau. Wenn der Schwede gleich die Ukrainer wegbröseln sollte, wird es für einen der beiden heutigen Gegner knapp. Ich würde die Franzosen gerne weiterkommen sehen, die zumindest in den letzten 10 Minuten wenigstens noch etwas versuchten, bevor sie in der Nachspielzeit austesteten, wie lange Schiedsricher Rizzoli quälend langweiliges Spiel weiterlaufen lässt.

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