Spanien – Italien 1:1 (Nachbericht)

Erneut ein so nicht erwartetes Ergebnis bei dieser EM. Aber insgesamt verdient für Italien, das mich von der Spielanlage her richtig positiv überrascht hat. Für die ersten 45 Minuten kann ich mich kurz fassen: Spanien führte wieder den Ballbesitz-SM-Porno „Heiße Abspielexzesse im Strafraum“ auf oder wie wir Saarländer zu sagen pflegen: „e geknoddelches, das kannschd da nimmi angugge“. Die Blauen hingegen mit den klareren Aktionen durch Pirlo per Freistoß, Cassano per Fuß und Motta mit dem Kopf.

Italien trägt übrigens denselben hässlich pixeligen Zahlenfont auf den Trikots wie Tschechien. Fontblogger dieser Welt, schärft die Schwerter! Ach, das interessiert doch eh keinen. Béla Réthy bezeichnet die Spanier als Zwerge und weiß, dass Jesus oft Heimweh hat. Nicht unser Heiland, sondern der Spanier Jesus Navas. Obwohl es mich nicht wundern würde, wenn Jesus Christus schon mal beim allwissenden Réthy in der Kabine vorbeigeschaut und gebeichtet hätte.

Ein wichtiger Hinweis für die Leser: Mario Balotelli dürfte sekündlich via Twitter mitteilen, dass er jeden, der seine vermasselte Riesenchance in der 54. Minute auf YouTube hochlädt und mit dem Benny-Hill-Thema unterlegt, physisch rückstandslos vernichten wird. Ich habe gewarnt!

In der 60. Minute Pirlo mit einem Traumpass auf den für Balotelli eingewechselten Di Natale. Da werden Erinnerungen an das italienische Traumpaar 2006 Pirrrr-Lo-Pippp-Po wach. Fein reingeschlenzt, 0:1. Jetzt wird’s schwer por espana, denke ich mir und befürchte, die kombinieren mich den Rest der Spielzeit ins Koma.

Aber weit gefehlt! Der Ausgleich nur drei Minuten später und das Ding war die pure Fußballfeinkost. Zuckerhäubchen-Pass von Silva in den Lauf von Fabregas, der schiebt souverän ein. Es sollte von nun an ein klasse Spiel werden.

Italien langsam mit müden Beinen, aber weiterhin dagegenhaltend, auch offensiv. Ein aufrichtiges Lob für die Azzurri, das entschädigt für vieles, was mein tränendes Augen schon bei Turnieren gesehen hat. Spanien allerdings noch einen Tick rasanter, mit mehr Räumen und exzellentem Pass-Spiel. Nur der eingewechselte Torres versiebt die Dinger. Vor allem beim Heber in der 86. Minute dürfte jeder Spanier von Sevilla bis Barcelona den frei durchstartenden Kameraden auf der rechten Seite gesehen haben. Dann eben nicht.

Es bleibt dabei: diese Gruppe bietet harte Nüsse für den amtierenden Welt- und Europameister. Italien hat sich ein gutes Stück rehabilitiert. Sollen die beiden Teams ins Viertelfinale? Ich warte mal noch Irland gegen Kroatien ab, meine Tendenz aber lautet bisher „Warum nicht?“.

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