Russland – Tschechien 4:1 (Nachbericht)

Okay, meine Tipps veröffentliche ich von nun an sicherheitshalber und aus Rücksicht auf mein Ansehen und den Geldbeutel der werten Leserschaft nicht mehr. Dieses Tagebuch hat zwar das „kompetenzfrei“ im Titel, aber peinlich wollte ich es nicht werden lassen.

Commander Adama, bitte melden Sie sich auf der Brücke des Kampfsterns Galactica! Die Zylonen sind zurück! Und sie sind schlimmer drauf als 2008!„. Ganz ehrlich: dieses Glanzstück hätte ich der Sbornaja nicht zugetraut. Eine Viertelstunde hielten sie sich noch zurück, aber danach wurde kombiniert, zu Tode gepasst und eingenetzt, dass Petr Cech im Tor bald nicht mehr wusste, wo sein Schutzpanzer sitzt.

Gibt man den Russen den Ball und den Raum, schwärmen sie aus und als Zuschauer kannst du mit dem Finger draufzeigen, wo der Ball hin muss. Und er kommt dorthin! Schön zu sehen beim Treffer durch Dzagoev, der nach einem überragend aufgezogenen Angriff von Seiten Zyrianov und Kerzhakov nur noch nachschießen muss. Vier Minuten drauf eine weitere Aktion, in der Dzagoev frei gespielt wird, aber verzieht. Oder das 2:0 knapp zehn Minuten später nach Vorarbeit von Arshavyn durch gekonnten Lupfer vom Fuße Shirokovs.

Die Tschechen bemühen sich weiter, vor allem Jiracek legt die bei Felix Magath geleisteten Fitnessrunden auf den Rasen, kämpft und treibt den Ball an. Doch in den ersten 45 Minuten ist diesen coolen Russkis in keinster Weise beizukommen.

Einen Absatz möchte ich nun einem skandalösen Thema widmen, das morgen die Blogs und Twitter beherrschen, die Foren dominieren und die Geeks in aller Welt einen wird. Ich rede natürlich von der erschütternden Hässlichkeit des Fonts auf den Trikots der Tschechen. Hier meine kleine Portion Nerdrage: „EPIC FAIL! Ich musste mir einen Text in Comic Sans Serif ausdrucken, um meine Augen zu beruhigen!!!!1111einself.“

Zweite Hälfte. Russland lässt es lockerer angehen. Das kennt man schon aus der Partie zuvor. Wie aus dem Nichts plötzlich ein feiner Pass von Plasil in die Nahtstelle der roten Abwehrroboter, Pilar umkurvt Malafeev und vollendet zum Anschluss. Sie sind also doch verwundbar! Schreiben Sie das auf, Commander Adama!  Ist Nachlässigkeit nach einer Führung der kommende Trend dieser EM? Kann man sich gar nicht mehr eines Vorsprungs sicher sein? Müssen erst die Italiener kommen und zeigen, wie man ein 1:0 nach Hause bringt? Schlimme Gedanken.

Die ach so alten Mannen von Dick Advocaat verhauen in der Folge zwischen der 65. und 79. Minute doch so einiges an Torchancen. Aber wie es halt so bei Robotern ist: Fällt einer wie Kerzhakov mit Falschjustierung aus, steht der nächste bereit und macht es besser. Pavlyuchenko bedient zuerst Dzagoev, der den alten Abstand wiederherstellt und trifft in der 82. Minute selbst nach kleiner Demütigung von Hubnik zum 4:1.

Eine tolle, niemals langweilige Partie. Die EM hat sehr unterhaltsam angefangen. Was ich persönlich Wichtiges aus dieser Partie mitnehme: Im Viertelfinale möchte ich nicht auf die Russen treffen. Herr Löw, richten Sie das bitteschön so ein, dass wir denen erst im Finale begegnen, wenn sie müde und ausgelaugt sind. Die Niederländer allerdings würden sich bestimmt im Viertelfinale auf die Russen freuen, das weckt schließlich Erinnerungen an 2008.

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2 Gedanken zu “Russland – Tschechien 4:1 (Nachbericht)

  1. Hat ausser mir eigentlich niemand Steffen Simons Versprecher bemerkt, demzufolge die EM 2008 in *Holland* und Österreich stattfand? Bei Twitter fand ich spontan nur meinen eigenen Eintrag dazu…

    • Was beweist, dass 99% der Zuschauer schon bei dem Satz „Ihr Kommentator ist Steffen Simon“ abschalten. Leider nicht den Fernseher, sonst würde vielleicht mal ein anderer ans Mikro.

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